die quelle des übels

okay, wenn ich schon vor mich hinleide, dann soll doch wenigstens auch was positives dabei rumkommen. tue ich also der umwelt etwas gutes, wenn ich keinen zucker esse oder andersherum gefragt, schadet die industrielle zuckerproduktion unseren ökosystemen?  eigentlich eine rhetorische frage, denn welche industrielle produktion von irgendwas schadet nicht den globalen ökosystemen? mir fällt da wenig ein….

es gibt eigentlich nur 2 bedeutende zuckerpflanzen auf der welt: zuckerrohr und zuckerrüben. etwa 75 % des zuckers stammen aus zuckerrohr, die übrigen 25 % werden aus rüben gewonnen. ein gutes indiz dafür, wie stark die produktion eines gutes unsere umwelt belastet, ist der wasserverbrauch. um 1 kilogramm raffinierten zucker aus zuckerrohr herzustellen, werden im durchschnitt 1.782 liter wasser verbraucht. zum vergleich: ein t-shirt aus baumwolle schlägt mit rund 2000 litern zu buche, 1 kilo steak mit 14.000 litern und 1 kilo kaffee sogar mit 21.000 litern. im vergleich ist der zucker also eher ein ökologisches leichtgewicht, bei einem prokopf-verbrauch von 32 kilo zucker pro jahr kommen aber trotzdem immerhin 57.000 liter wasser zusammen. eigentlich unglaublich!

wahrscheinlich sind es sogar noch ein paar liter mehr, denn die zuckergewinnung aus zuckerrohr ist etwas wirtschaftlicher, als die aus zuckerrüben. dass wir trotzdem zu 90 % den bei uns aus rüben produzierten zucker zu uns nehmen, liegt daran, dass schutzzölle in der europäischen union den rohrzucker verteuern.

in deutschland werden auf etwa 5 % der ackerfläche zuckerrüben angebaut – immerhin eine fläche von fast 400.000 fussballfeldern. nach der ernte werden die rüben gewaschen, zerkleinert und der zucker mit heißem wasser herausgelöst. da auch noch unerwünschte  stoffe enthalten sind, wird kalkmilch zugesetzt. zurück bleibt ein dünnsaft mit etwa 16 % saccharose. er wird weiter erhitzt und verdampft, der kristallisierte zucker nochmal mit wasser versetzt und wieder erwärmt, bis am ende reiner, weißer zucker übrig bleibt. klingt schon nach einer menge wasser und energie die nötig sind, um die weißen kristalle zu züchten. ein bisschen trost für mein zuckerentwöhntes herz…

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2 Gedanken zu “die quelle des übels

  1. Wäre interessant, den „Ökoschaden“ der beiden Zuckerarten auf verschiedenen Ebenen zu vergleichen. Auf mein behütetes Bauernmadel-Gefühl wirkt der Zucker von heimischen Bauern immernoch sympathischer, als der eingeflogene.
    Wirklich spannend, deinen Erfahrungen zu folgen!

    Gefällt 1 Person

    1. Mir geht´s genauso. Auch ich denke, dass ein Produkt, das hier angebaut und hergestellt wird, ökologisch günstiger sein sollte, als eines, das erst noch ein paar Tausend Kilometer reisen muss. Bin da aber schon in Bezug auf die neuseeländischen Sommer-Äpfel im Vergleich zu unseren heimischen aus dem Vorjahr eines Besseren belehrt worden.
      Und vielen Dank, dass Du es interessant findest!

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